Evidenzbasierte Elektrotherapie – Theorie und Praxis

So, das wäre der Titel. Vorläufig wenigstens.
Der Titel darf nicht mehr als 50 Zeichen haben und der hier passt. Ich bin aber offen für Vorschläge!

Eins ist ganz klar: es wird KEIN bebildertes Rezeptierbuch. Solche haben wir genug.

Die Kapitel:
* Geschichtliches
* Schmerz
* Reizleitung
* Niederfrequenz
* TENS
* Neuromuskuläre Elektrostimulation
* Ultraschall
* Photobiomodulation (früher Laser)
* Hochfrequente Elektrotherapie
* Risikomanagement

Geschichtliches ist nur kurz, mir wurden 300 Seiten für das Buch zur Verfügung gestellt und die möchte ich nicht mit nutzlosem Info vergeuden. Jeder kennt die Geschichten von den Zitterrochen und die Leidener Flaschen.

Auf Schmerzhemmung gehe ich ziemlich tief ein, insbesondere die Mechanismen die für die Elektrotherapie relevant sind, lokal, segmental, deszendierend und zentral. Die Gate Control Theorie, DNIC, LTD, Pain Neuroscience Education. Etwas über Neuropathien, über die Stressreaktion, 'n bisschen was über Medikamente. An dieser Stelle sei nochmal Sapolsky's Zebra-Buch empfohlen!

Reizleitung ist dann wieder relativ kurz, im Wesentlichen geht es darum wie ein Aktionspotential fortgeleitet wird. Wer's genauer wissen will kann zum Beispiel beim Schmidt/Lang nachlesen.

Der erste große Brocken: Niederfrequenz. Alles über Gleichstrom, Erythem, neurogene Entzündung, Ionto, dann die richtige NF: Diadynamisch und Ultrareiz (2-5 Strom). Allgemeine Maßnahmen, Risiken und Nebenwirkungen, usw usw. Alles natürlich schön mit Referenzen untermauert. Oja, und GANZ wenig über das Stangerbad. Das Zellenbad wird nur am Rande erwähnt.

Der zweite große Brocken: TENS. High und Low und ein Paar Exoten, SEHR ausführlich. Selbstverständlich die Kaada stimulation und die Dense-Disperse TENS nach Prof. Han. Mittelfrequenz/Interferenz gehört auch dazu, obwohl diese heilige Kuh gründlich geschlachtet wird. Insbesondere die tetrapolare Anwendung. Mikrostrom und Hochvolt bekommen auch einige Zeilen. Und Wundheilung ist auch drin. Und Dosierungsvorschläge. Und Referenzen bis die Haare bluten.

NMES ist wieder so'n Brocken, innerviert und denerviert, mit NF Strom und MF Ströme (BMAC, Russian Stimulation, Aussie Stimulation). Etwas über die I/T Kurve, nicht viel, kein Mensch macht die noch aber ganz weglassen möchte ich es trotzdem nicht. Oja, und über Inkontinenz steht auch einiges drin. Hach, welches ET-Buch hat das schon?

Ultraschall kommt auch sehr ausführlich dran, mit Dosierungsvorschläge, so gut wie's geht mit Studien unterbaut. Sonophorese natürlich auch, nicht zu vergessen die subaquale Anwendung und wieso man das nicht machen sollte. Mit Begründung, versteht sich. Und Referenzen.

Dann die Photobiomodulation, früher bekannt als Low Level Laser Therapy. Diese Bezeichnung wird aber von den relevanten Forschern nicht mehr benutzt. Einiges über die Technik, sehr viel über die Wirkung und genaue Dosierungsangaben von der WALT, alles mit Studien, wie gehabt.

Die Hochfrequenz bekommt auch ziemlich viel Platz. Es ist halt eine effektive Methode relativ tief (nunja, 5cm) und großflächig Wärme zu erzeugen. Kontinuierlich, pulsierend, wiederum Dosierungsangaben, Studien, Risiken, Nebenwirkungen. Ich wollte eigentlich nicht so viel dazu schreiben aber es gibt doch gut gemachte klinische Studien die zeigen, dass da doch einiges passiert. Ist länger geworden als geplant. Hatte ich die Referenzen schon erwähnt?

Letztes Kapitel: Risikomanagement. Mein Master-Thema aus Marburg. Begonnen als Kapitelchen mit 4-5 Seiten. Ich habe dann doch eingesehen, dass das Thema mehr Platz verdient und meine Editorin beim Verlag war zum Glück gleicher Meinung, danke Eva! Da bin ich also jetzt dran und bis zum 10. März soll es fertig sein. Ich kenne übrigens kein ET-Buch das auf dieses Thema eingeht. Ich kenne eigentlich kein einziges Physio-Buch dass das tut. Cool.

Größtes Problem war die Beschaffung von Abbildungen, ich warte jetzt noch auf gewisse Genehmigungen. Da geht natürlich nix ohne Einverständnis der Verlage und Autoren, und dies selbstverständlich nur schriftlich. Es gibt zum Glück sehr viel Zeugs kostenlos über das Copyright Clearance Center. Und weil Springer sehr viele Journals verlegt ist das in der Regel problemlos. Außer es geht um Bilder aus ein Buch, dann kostet's wieder. Seufz. Interessanterweise sind gewisse Abbildungen die jederman unverschämt ins Internet platziert nur für sehr viel Geld erhältlich. Ein Beispiel ist der Homunculus nach Penfield, guckstu im WWW wo das Bild überall auftaucht. Da hat aber bestimmt kein Mensch an Macmillan die erforderliche 500 Euronen bezahlt (Ich verzichte). Wenn man Autoren direkt anfragen muss kann man's vergessen, die melden sich nicht. Firmen sind sehr großzügig mit Bilder. Die sind natürlich froh wenn bei jedem Bild ihr Name erwähnt wird. Danke Enraf-Nonius ;o)

Wie bereits erwähnt ist am 10. März Manuskript-Abgabetermin. Danach wird es etwa 6 Monate dauern bis das Buch in die Läden kommt. Es wird rund 40 € kosten voraussichtlich. Es gibt auch die Möglichkeit einzelne Kapitel runter zu laden, außerdem werde ich noch 'n Paar Hand-outs erstellen die dann auch downloadbar sind.

Jetzt habe ich für heute erstmal genug. Morgen geht's weiter mit Risikomanagement.

Seid gegrüßt, bleibt gesund!

Cheers

Pieter